Am Dienstag, den 26.03.2019, konnte die Stolperstein AG ihre Rechercheergebnisse zu den Familien Glatt und Fischbein im Roten Saal des Braunschweiger Schlosses vorstellen. Knapp 1 1/2 Jahre haben die Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Andreas Schönhöft umfangreiche Daten zu den beiden Familien sammeln können. Dabei haben sie auch persönlichen Kontakt zum Holocaustüberlebenden Henri Glatt und zu Kindern und Enkelkindern anderer Familienmitglieder der Familie Glatt herstellen können. Gerade die umfangreichen Memoiren von Henri Glatt waren für die Recherche eine großartige Grundlage den Menschen hinter den Namen eine angemessene Beschreibung zu geben.
Familie Fischbein bestand aus fünf Personen und war am Wilhelmitor 11 beheimatet. Zwei Familienmitglieder konnten dem Völkermord entkommen und fanden in Israel eine neue Heimat. Die beiden Eltern und die älteste Tochter fielen den Gräueltaten der Nazis zum Opfer. Es ist ungewiss ob sie im Ghetto Warschau, in einem KZ oder während der Deportation verstarben.
Familie Glatt war eine siebenköpfige Familie, die wie die Familie Fischbein zur Zeit des Ersten Weltkriegs aus Polen nach Braunschweig kam. Der Vater des Hauses eröffnete ein eigenes Geschäft und führte dies bis zu seinem Tode im Jahre 1933. Seine Frau musste das Geschäft nach der Pogromnacht aufgeben. Sie wurde 1939 nach Warschau deportiert und starb dort, in einem KZ oder während der Deportation. Die Kinder der Familie Glatt konnten auf unterschiedlichen Wegen Deutschland verlassen. Zwei von ihnen gingen über jüdische Ausbildungslager nach Palästina und gründeten im späteren Israel neue Familien. Drei Kinder gingen über England nach Nordamerika. Dort lebt Henry Glatt bis heute mit seiner Frau, seinen Kindern und Enkelkindern.
Die Verlegung der Steine im Gedenken an die Familien erfolgt am 06.05.2019 ab 14 Uhr.

http://www.stolpersteine-fuer-braunschweig.de/praesentation-der-rechercheergebnisse-maerz-2019/ 

Stolpersteine 2019 Präsi