‚Freundschaft 2.0‘ | Ronja Mundil (8.1)

Die folgende Geschichte ist im Rahmen des Projektes Sucht / Sehnsucht des 8. Jahrgangs entstanden. Viel Spaß beim Lesen!


Ich bin ich und somit normal, durchschnittlich, mittelmäßig. Man könnte auch „okay“ sagen.

Ich bin ich und somit normal, durchschnittlich, mittelmäßig. Man könnte auch „okay“ sagen. Es ist Dienstag Abend und eigentlich wäre ich heute mit meinen Kumpels verabredet. Wir wollten an den Strand, so wie jede Woche. Ich lasse das Treffen sausen und entscheide mich, meinen Abend auf der Couch zu verbringen. ‚Hier‘, denke ich, ‚hier ist es hundertmal schöner als am Strand.‘ Ich schaue fern und in der Werbepause spiele ich auf meinem Handy.

Irgendwann höre ich auf, der Filmhandlung zu folgen und konzentriere mich nur noch auf das Spiel. Ich finde es interessant und nach einiger Zeit entdecke ich, dass man den Skin (also das Aussehen der Spielfigur) ändern kann. Die ganze Nacht levele mich hoch, um Gratis-Skins, Geschenke und neue Spielwelten freizuschalten.

Es ist Mittwoch morgen, so wie jede Woche nach Dienstag Abend.  6:00 Uhr – mein Wecker klingelt. Doch dies ist nicht nötig, ich bin schon wach, und mir wird klar, dass ich überhaupt nicht geschlafen habe. Das Spiel hat mich die ganze Nacht wach gehalten.

Eineinhalb Stunden später gehe ich von der S-Bahn Station geradewegs auf den Eingang eines riesigen Betonklotzes zu. Vor dem Eintreten in den Bürokomplex schaue ich noch ein letztes Mal an mir herunter, um sicher zu stellen, dass ich gut aussehe. Sehe ich auch, ich bin aber echt fertig, bin müde und konzentrationslos.

Als ich im Büro ankomme, sehe ich, dass unsere Sekretärin Amy wieder da ist. Sie fehlt oft. Niemand weiß warum. Ich finde sie hübsch und wollte sie mal zum Essen einladen, doch sie mochte nicht. Meinen Kaffee hat sie dankend abgelehnt und die Geburtstagstorte nicht angerührt. Doch irgendwie freue ich mich, sie zu sehen.  

Während einer Sitzung sage ich, dass ich dringend auf die Toilette muss. Ich mache mich auf den Weg, doch unterwegs brummt mein Handy. Es ist die App von gestern Nacht. Ich soll meine tägliche Belohnung abholen und die Freundschaftsanfrage an einen anderen Spieler wurde bestätigt.

Ich öffne das Spiel, gehe aber weiterhin zielstrebig auf den Toilettenraum zu, dies ändert sich als ich angegriffen werde. Ich setze alles ein, was ich habe und verwende meine besten Waffen. Es scheint dem Gegner keinen Schaden zuzufügen, ich bin frustriert und fluche laut. Eine Stunde später habe ich gewonnen, ich habe es geschafft! Es gibt mir das Gefühl von Bestätigung, ich fühle mich gut. Jetzt fällt mir alles wieder ein, das Meeting und der Toilettengang. Ich beeile mich zu den Toiletten und laufe den Gang entlang. Auf der Hälfte des Weges treffe ich unseren Hausmeister Kurt. Man munkelt, er solle bald entlassen werden, weil er mit seinen zittrigen Händen keine Schrauben mehr zu fassen bekommt und immerzu Dinge fallen lässt. Ich habe schon oft gedacht, dass jemand wie er nicht optimal für den Job als Hausmeister geeignet sei. Er schaut mich an mit seinem glasigen Blick. Er hustet kurz, aber kräftig und grüßt mich mit seiner tiefen, rauen Stimme. Ich habe zwar etwas Angst vor ihm, aber grüße zurück und gehe weiter.

1% Akku, fuck.

Dort angekommen sehe ich Amy. Sie taumelt aus der Damentoilette. Ihr Gesicht ist blass. Sie sieht erschöpft aus. Gerade als ich sie fragen will, ob alles in Ordnung sei, bricht sie vor mir zusammen. Ich kann sie gerade noch auffangen, bevor sie auf den Boden fällt. Ich lege ihren zerbrechlichen Körper behutsam auf meiner Jacke ab und hole mein Handy aus der Tasche, um einen Notarzt zu rufen. Ich schalte es  ein. 1% Akku, fuck. Zu spät das Handy ist aus, so richtig aus – aus. AUS. Zum Glück gibt es zwei Flure weiter ein Notfall-Telefon. Was jetzt? Soll ich sie hier lassen oder mitnehmen? Ich entscheide mich für letzteres und trage sie durch den nächsten und übernächsten Flur. Ich sehe das Telefon. Die letzten Meter. 112. Der Rettungswagen kommt nach 6 Minuten. Ich soll mitfahren, damit sie jemanden bei sich hat, den sie kennt. Die 20 minütigen Fahrt ins Krankenhaus nutze ich, um mehr über sie heraus zu bekommen. Die Notärzte erzählen mir von Amys Vergangenheit und davon, dass das Krankenhaus schon ihr zweites zu Hause geworden sei. Jetzt kenne ich den Grund für ihr häufiges Fehlen. Es ist nicht schön und mir ist es sehr unangenehm so viel über eine Person zu wissen, von der ich nicht mal weiß wo sie wohnt.

Nach 30 Minuten waren sie fertig. Sie haben ihr 2 Zugänge gelegt, einen für Nährstoffe und einen weiteren für Medikamente die ihr Immunsystem unterstützen und kleine Erkrankungen wie Schnupfen oder Husten abwehren sollen. Ich sitze seit 2 Stunden neben ihrem Bett. Während mein Handy am Aufladen ist, frage ich mich, was sie sich dabei gedacht hat, was ihre Gründe waren, was ihr Ziel ist und ob sie es jemals stoppen kann. Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um sie!

Taschendrache 2k15

Mein Handy brummt, eine Aufgabe erfüllt, ich kann die Belohnung abholen. Ich öffne die App, logge mich ein und erstelle einen neuen Skin, welcher besser aussieht als ich. Sofort hagelt es Freundschaftsanfragen. Schon verrückt, wie manche Leute aufs Äußere achten. Ich benenne mich um zu Taschendrache2k15 und bewege mich in meinem neuen Style durch die andere Welt. Ab und an  schaue ich, ob sie wach ist, den Rest der Zeit sammele ich Items, gewinne Kämpfe und schließe Freundschaften.

Erst am späten Abend, so gegen 21 Uhr, öffnet Amy ihre Augen zum ersten Mal und haucht leise ein Wort, welches Danke bedeuten könnte. In dieser Nacht war es knapp sagen mir die Notärzte  am nächsten Morgen. Sie ist dem Tod von der Schippe gesprungen.

Heute, heute war der Tag nach dem Zusammenbruch. Es ist Donnerstag. Eigentlich will ich zur Arbeit gehen und irgendwie weiter machen, aber dazu komme ich nicht. Ich merke, dass es nicht geht. Ich kann nicht. Ich mache mir Sorgen um sie. Ich weiß nicht, was ich tun soll.

In diesem Moment macht sich mein Handy bemerkbar. Es vibriert einmal, dann noch einmal. Ich schaue auf mein Start Display vielleicht ist es ja Amy, die versucht mich anzurufen. Nein, sie ist es nicht. Wie auch? Sie kennt nicht mal meine Nummer. Es ist das Spiel. Auch gut, denke ich. Es gibt eine neue Quest und ab sofort sind neue Gratis-Skins verfügbar. Gespannt fange ich an zu spielen und erst 6 Stunden später wache ich auf, aus der Trance, in die mich mein Handy versetzt hat.

Es ist 16 Uhr. Ich überlege, was ich jetzt tun soll. Soll ich arbeiten und den verpassten Tag wieder gut machen? Oder soll ich Amy im Krankenhaus besuchen?? Nein und Nein und Doppel-Nein. Was soll ich bei der Arbeit, ich kann mich doch sowieso nicht konzentrieren und was soll ich bei Amy? Vielleicht möchte sie allein sein oder ist schon entlassen worden oder bekommt regelmäßig Besuch und braucht Ruhe.

Wieder bin ich in meinen Gedanken gefangen und weiß nichts mit mir anzufangen. Dies ändert sich, als das Telefon klingelt. „Wer ist da?“ frage ich und mir erklärt eine wirklich nette, helle Stimme, dass sich jemand aus der Intensivstation des hiesigen Krankenhauses meine Anwesenheit wünscht.

Ich überlege kurz und fahre dann mit der Bahn zum Krankenhaus. Ich kenne die Zimmernummer von Amy, das erspart mir den Zwischenstopp an der Rezeption.

350, 355, 360, 365, 367 – hier ist es denke ich. Die Tür steht einen Spalt offen, trotzdem klopfe ich an, der Höflichkeit halber… ein leises „Herein!“ kommt mir entgegen, als ich den Raum betrete. Ich setze mich neben ihr Bett, so wie gestern. Amy sieht schwach aus und etwas blass ist sie auch. Lange sagen wir beide nichts. Erst traue ich mich nicht, doch dann frage ich, warum sie mich angerufen hat. Sie flüstert leise das sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie hat, seit sie angefangen hat abzunehmen und dass sie außer mir niemanden kennt, der nicht voreilig urteilt. Amy erklärt mir, dass sie kein Handy besitzt, generell nicht so viele Kontakte hat und ich die einzige Chance auf Gesellschaft bin.

Amy bittet mich, irgendetwas zu erzählen, sie abzulenken und etwas aufzumuntern. Ich finde, dass ich meinen ‚Job‘ ganz gut mache: ich mache das, was ich am besten kann, ich erzähle von mir, wo ich herkomme, was ich gerne mache, was ich mag oder nicht mag, wo ich schon überall war und weitere, eigentlich unwichtige Dinge. Manchmal reagiert sie auf das, was ich erzähle, durch ein kleines Lächeln oder ein Nicken. Sie sagt nicht viel, aber ihre Anwesenheit gibt mir ein Gefühl, das ich nicht kenne, ich hatte es noch nie.

Ich würde wirklich gerne wissen, ob sie genau das gleiche, komische Gefühl fühlt wie ich. Soll ich fragen? Ja, nein, vielleicht?? Es interessiert mich wirklich, aber ich traue mich nicht. Ich lasse sie in Ruhe einschlafen und weiche auch in der Nacht nicht von ihrer Seite.

Am nächsten Morgen sehe ich doch sehr verschlafen aus und beschließe, mich im Gästebadezimmer kurz frisch zu machen.

Es ist Freitag und ich habe keinen Urlaub, keine Krankschreibung und es ist auch kein Brücken- oder Feiertag.

Ich verabschiede mich von Amy mit dem Versprechen, wiederzukommen und nehme mir fest vor, dieses einzuhalten.

So schnell wie möglich muss ich mit unserem Chef reden! Hoffentlich zeigt er sich verständnisvoll und beurlaubt mich für diese paar Tage, bis Amy wieder fit ist. Ich kann sie nicht alleine lassen.  

Ich nehme die Bahn und fahre durch die Stadt, solange bis ich den großen Betonklotz sehen kann. Ich steige aus, mein Handy brummt. Ich schalte es ein, es ist nicht meine Mom, Glück gehabt! Es ist aber auch nicht Amy, Pech gehabt. Es ist das Spiel, welches mir eine Erinnerung geschickt hat. Ich war seit gestern Nachmittag nicht mehr online. ‚Mist‘, denke ich. Warum bin ich gestern bloß zu Amy gefahren? Ich hätte auch weiter spielen können. Kurz bereue ich meine gestrige Tat, zu Recht, wie ich in diesem Moment finde, immerhin bin ich unausgeschlafen und hatte kein bisschen zu Essen. Doch in dieser Sekunde wird mir klar, warum ich das getan habe, warum ich zu ihr gefahren bin und warum es mir plötzlich egal gewesen ist, ob ich dort Essen oder Schlaf bekomme. Ich wollte bei ihr sein, egal um welchen Preis, denn ich habe sie lieb.

Erste Treppe, zweite Treppe, dritte, vierte fünfte dann endlich die sechste und letzte Treppe geschafft. Ich klopfe an bei Herr Dr. Krause. Sofort werde ich herein gebeten. Ich setze mich und versuche, mein unentschuldigtes Fehlen zu erklären. Ich erzähle von Amy, ihrer Sucht und davon, dass sie mich braucht. Herr Krause hört mir sehr verständnisvoll zu, nickt ab und an mal mit dem Kopf und als ich fertig bin, frage ich, ob ich meinen Ganztagsjob ändern lassen kann, in einen Teilzeitjob. Er fragt, wann ich denn wieder voll arbeiten könne und ich antworte, dass dies erst möglich ist, wenn Amy wieder komplett fit ist. Ich glaube, er sieht mir an, dass es mir wirklich sehr wichtig ist und willigt ein. So habe ich ab sofort mehr Zeit für Amy. Ich verlasse das dunkle Büro, schleiche über die Gänge zurück zur S-Bahn Station und mache mich auf den Weg ins Krankenhaus. Heute, wie ich gerade erfahre, ist ihr letzter Tag auf dieser Station.

Morgen, am Samstag, wird sie in eine Spezial-Klinik gebracht wo sie wieder zunehmen soll.

Ich gehe zu Amy, sie sieht etwas besser aus als heute morgen. Wir reden ein bisschen, ich erzähle ihr, dass ich beim Chef gewesen bin und sie ab jetzt öfter besuchen kann, sie freut sich darüber und erklärt, dass sie den Fehler, welchen sie mit der Sucht gemacht hat einsieht und bereut.

So vergeht die Zeit, dass Mittagessen teilt sie mit mir, Amy sagt dass sie lange nichts gegessen hat und diese Portionen noch zu groß für sie sind.

Ich freue mich dass sie täglich Fortschritte macht und sie freut sich dass ich bei ihr bin. Morgens bis mittags gehe ich arbeiten und ab 13 Uhr bin ich bei ihr. Abends, wenn ich nach Hause komme spiele ich weiter, ich bin echt gut geworden und das Glücksgefühl nach einem Sieg animiert mich zum Weiterspielen.

So geht das 5 Monate lang

Nach der Therapie geht es Amy blendend und sie ist wieder in einem gesunden Zustand. Bevor sie das Kurgelände verlässt, ist es Pflicht, sich eine Lesung zum Thema Süchte anzuhören. Außerdem ist es wichtig, ein Gespräch über die Zukunft mit den Sozialpädagogen zu führen.   

Bei dem Gespräch darf ich nicht dabei sein, aber die Lesung ist öffentlich.So verbringen wir den letzten Nachmittag, den sie dort bleiben muss, zusammen in der Lesung über Süchte.

Es wird uns erklärt, dass Süchte sich langsam in unseren Alltag einschleichen und dann ab einem bestimmten Zeitpunkt unbesiegbar werden. Sie haben uns im Griff, bestimmen unseren Alltag und unser Handeln fast komplett. Es ging über Alkoholsucht bis hin zur Cannabis-Abhängigkeit. Am Ende kommt der Mann aus der Lesung zu dem Thema Spiel-und Internetsucht. Er erklärt das sich diese Sucht schnell nicht mehr kontrollieren lässt, sie schummelt sich unbemerkt in unseren Alltag, erst für wenige Minuten doch dies wird schnell mehr. Im schlimmsten Fall spielt man tagelang und kann an nichts anderes mehr denken. Rund 270.000 Menschen in Deutschland sind von der Spielsucht betroffen. Der Tagesrhythmus dieser Menschen richtet sich so ein, das sie überwiegend Zeit am Computer oder Handy verbringen.

Plötzlich verschwimmt alles vor mir ich kann dem Mann nicht mehr folgen und sehe Amy nicht mehr. Warum? Warum wohl???? Ich habe in diesem Moment gemerkt, dass ich genau dasselbe Problem habe wie 270.000 Deutsche auch. Das wird mir in diesem Moment klar. Alles, was der Redner gesagt hat, trifft auf mich zu. Aber warum?? Warum habe ich nicht gemerkt, dass ich meine wöchentlichen Kumpel-Treffen hab sausen lassen, oder keine Zeit hatte, um einkaufen zu gehen oder seit 5 Monaten kaum noch schlief ?? Weil ich mir immer gesagt habe, dass Amy meine ganze Zeit in Anspruch nimmt, doch so war es nicht. Das Spiel war es gewesen. Es hat mich von Nachmittags um 4 bis morgens um 6 beschäftigt. Und das konnte ich nicht abstreiten. Es war so und das weiß ich.

Immer dachte ich, dass ich die einzige normale Person auf dieser Welt bin. Ich war froh das ich nicht täglich eine Alkoholfahne hatte, sowie unser Hausmeister. Und das ich nicht so dünn bin wie Amy es gewesen ist. Jedes Mal war ich froh, dass mich die Sucht nicht so krass im Griff hat wie ich es bei den anderen gesehen habe.

Doch auch mich hat es erwischt und ich werde dafür kämpfen davon loszukommen. Für mich, meine Zukunft und vor allem für Amy!

Es ist Zeit für einen Neustart!

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Stolperstein AG-Delegation beim Fest der Demokratie in Salzgitter

„Wir wissen erst, was auf dem Spiel steht, wenn es auf dem Spiel steht. Wir müssen uns darüber verständigen, wie wir die offene Gesellschaft erhalten, erweitern und vielleicht aktualisieren. Demokratie ist Diskurs, ist Prozess, ist auch Zweifel – aber es ist immer, immer Solidarität.“

Zitat Hans Jonas (Das Prinzip Verantwortung)

Solidarität mit Salzgitter. Flagge zeigen für eine Mitverantwortung an der Demokratie. Dies dachten sich auch die drei Schülerinnen Lynn, Jette und Grete, als sie mit ihrem Lehrer Herrn Schönhöft zur Veranstaltung „Fest der Demokratie“ fuhren. Dort trafen sie auch auf Frau Diener und die ehemalige Kollegin und Lehrerin Frau Riedel, die für  Amnestie International vor Ort war. „Wir sind mehr, wir sind bunt, wir sind weltoffen“, waren nur einige Slogan, die das Gesamtbild der Veranstaltung prägten. Knapp 750 Demokraten stellten sich den knapp 30 Nazis entgegen und zeigten, wie die Mehrheiten in Salzgitter verteilt waren. Zum Programm des Festes der Demokratie gehörten unterschiedliche Redner, von der IG Metall bis zu Jugendbündnissen aus Salzgitter. Aufgelockert wurde das Programm durch verschiedene Bands, aus dem Spektrum Rock, Pop und Rap.

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Besuch der Gedenkstätte Schillstraße | Stolperstein AG

Die StolpersteinAG besuchte am 25. September die Gedenkstätte des KZ-Außenlagers Braunschweig, welche sich in der Schillstraße befindet. Dort, wo heute der Brawo-Park steht, befand sich während des Zweiten Weltkriegs ein Arbeitslager. Die dort inhaftierten Menschen wurden damals gezwungen für die Büssing AG zu arbeiten. Sie lebten unter unmenschlichen Bedingungen und durften während der gesamten Zeit keinen Kontakt zu anderen Personen haben. Wenn sie auf der Arbeit zum Beispiel versuchten Kontakt zu den regulären Arbeitern aufzunehmen, wurden sie hart bestraft. Das Lager wurde 1942 errichtet und 1945 von den britischen Truppen befreit. Nach Kriegsende wurden die Gebäude abgerissen, und das Gelände zunächst von der Post genutzt. Später wurde das Gelände privatisiert und zum Brawo-Park umfunktioniert. Viele Menschen, die heute dort einkaufen, wissen oft nicht über die Geschehnisse an diesem Ort bescheid. Um an diese zu erinnern sind jedoch verschiedene Objekte auf dem Parkplatz eingerichtet. Zum einen die rabbinische Weisheit Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit, welche aus dem Talmud (bedeutendes Schriftwerk des Judentums) übernommen ist. Man findet auch Fundamentreste einer Baracke. Wir haben uns zunächst mit der Geschichte des KZ-Außenlagers beschäftigt. Anschließend haben wir das Gelände und die Gedenktafeln angeschaut. Wir hatten viele Chancen Fragen zu stellen. Und als Inspiration für unsere Präsentation haben wir in dem Archiv Dokumente angeschaut. Neben der vielfältigen Möglichkeit sich in Büchern vor Ort einen Überblick zu verschiedenen Themen der Geschichte zu informieren bietet die Gedenkstätte Schillstraße auch ein offenes Archiv. Dort haben diverse Gruppen, Firmen und Einzelpersonen unterschiedlichste gesammelte Informationen für die Öffentlichkeit bereitgestellt. Ein kleines Highlight des Tages bestand darin, dass unser Mitschüler Adrian Winter einen Teil der Führung über das Gelände übernahm. Er war zuvor als Schülerpraktikant in der Schillstraße und kann aus seine Erfahrungen dort nur positiv über die Gedenkstätte als Praktikumsplatz sprechen.

Grete Anders

Leseclub – alles neu!

NEU! NEU! NEU! NEU! NEU!

Hallo ihr Lieben,

gaaaaaanz NEU sind die VIELEN; VIELEN BÜCHER, die hier jetzt, Dank der Bürgerstiftung, auf alle Schülerinnen und Schüler und euch warten!!!!!

Dann eine NEUIGKEIT, die unbedingt sein musste!!!

Aufgrund der veränderten Pausenzeiten ist der LC jetzt

MITTWOCH & DONNERSTAG ab SOFORT
-und erstmal auf Probe bis zu den Halbjahreszeugnissen-
in der Zeit von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr geöffnet!!!

Schon viele Schülerinnen und Schüler nutzen diese tolle Schmökerzeit!

Es darf aber sehr gerne mehr werden!!!

Die liebsten Schmökergrüße

Corinna Conrad

NEU! NEU! NEU! NEU! NEU

Erlebnisklassenfahrt der 7.2 an den Schweriner See

Am Montagmorgen trafen wir uns um sieben Uhr am Braunschweiger Hauptbahnhof. Dort verabschiedeten wir uns von unseren Familien und stiegen in den Zug nach Lübsdorf. Nach fünfstündiger Fahrt erreichten wir unser Ziel.

Am Dienstag startete gleich eine Erlebnisaktion. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt und jede Gruppe musste nun ein Floß aus Reifen, Planken und Seilen bauen. Die fertigen Flöße testeten wir auf dem Schweriner See. Alle haben es geschafft und sind über Wasser geblieben.

Mittwochs kletterten wir in den Morgenstunden im Hochseilgarten. Das war eine tolle Herausforderung und machte viel Spaß. Am Abend bauten wir ein großes Biwak. Wer wollte, konnte in der Nacht darin schlafen. Ein paar Kinder haben sich getraut und dort übernachtet.

Donnerstags sind wir mit der Regionalbahn nach Schwerin gefahren. Dort machten wir eine Rallye durch die Stadt und danach hatten wir auch ein bisschen Freizeit in Schwerin.

Am Freitag mussten wir alle sehr früh aufstehen, da der Zug, der uns zurück nach Braunschweig brachte, schon um 9.30 Uhr fuhr. Wir haben zum Glück den Zug bekommen und sind wohlbehalten in Braunschweig angekommen. Auf dem Bahnsteig kamen uns unsere Eltern fröhlich am Bahnsteig entgegen.

Und dann ging unser Alltagsleben wieder los.

Von Ole Wickenhäuser


Das Übernachten im Biwak

Am 22.8.18 haben wir versucht im Biwak zu schlafen. Ein Biwak ist eine Art Zelt aus einer Plane und Seilen. Nach einer Stunde durften die Leute wieder zurückgehen, die im Biwak nicht schlafen wollten. Fast die ganze Klasse außer 8 Personen sind wieder zurück ins Haus gegangen, die anderen, die im Biwak geschlafen haben, konnten den freien Himmel sehen mit den Sternen .

Ich persönlich fand die Entscheidung schwer, weil ich es toll gefunden hätte, unter klarem Himmel zu schlafen, was allerdings wiederum ein Nachteil wäre, wenn ich morgens früh von der Sonne geweckt worden wäre, und es wäre morgens sehr kalt. Hätte ich aber drinnen geschlafen , könnte ich den Himmel und die Geräusche von draußen nicht sehen und hören. Sie war wirklich schwer, die Entscheidung .Für was hättet ihr euch entschieden?


Floßbau der Klasse 7.2

Am Dienstag mussten wir uns an der Kletterhalle treffen. Da- lagen schon alle Sachen bereit, die wir brauchten, um ein Floß zu bauen. Es gab Reifen, Bretter, Seile und natürlich Schwimmwesten. Jeder musste ein paar Sachen nehmen und runter zum Wasser laufen.

Anschließend haben wir drei Teams gebildet, die die Teamer bestimmt haben. Alle konnten sich die Materialien besorgen, die wir brauchten. Wir haben losgebaut. Als alle fertig waren, haben wie die Flöße ausprobiert. Alle Flöße funktionierten. Und alle, die die es wollten, konnten ein Floß besteigen.
Danach mussten wir alle Flöße wieder auseinander bauen, um anschließend noch schwimmen zu gehen. Danach musste jeder wieder etwas von dem Baumaterial zur Kletterhalle zurücktragen.

 


Klettern

Am Mittwoch waren wir klettern im Hochseilgarten, der direkt vor unserer Haustür war. Die Teamer hatten für uns Hinweise versteckt, die wir als Gruppe aus dem Hochseilgarten sammeln mussten. Mit den Hinweisen konnten wir nachmittags eine Schnitzeljagd machen. Es durften immer nur zwei klettern. Es haben immer vier Personen beim Sichern geholfen. Der Rest hat die Tampen gehalten, also mussten alle als Team arbeiten. Es hat auch zwei Koordinatoren gegeben, die immer angesagt haben, was die anderen machen sollen. Insgesamt haben wir uns vier Stunden konzentriert und mit viel Einsatz gemeinsam die schwierige Aufgabe gemeistert.Klettern


Lagerfeuerpizza

Wie wir die Lagerfeuerpizza gemacht haben:

Zuerst haben fünf meiner Mitschüler in der Küche alles vorbereitet. Den Teig haben wir zuerst gemacht und währenddessen haben meine Mitschüler Salami, Käse, Kochschinken und Ananas geschnitten.

Als der Teig fertig gezogen war, hat einer von uns aus dem Teig Kugeln gemacht und ein anderer hat dann diese Kugeln ausgerollt, gleichzeitig wurde die Alufolie mit Öl bestrichen. Da wurde der ausgerollte Teig draufgelegt. Zeitgleich haben wir alles nach draußen getragen. Als wir fertig waren, durften das Küchenteam und die Helfer als erstes ihre Pizzen belegen.

Es dauerte nicht lange, bis wir keinen Käse mehr hatten. Da mussten wir wieder an die Arbeit. Manche Pizzen waren am Boden verbrannt und in den meisten war Asche drin, aber sie waren trotzdem lecker. Es wurden auch Pizzen vertauscht. Als alle ihre erste Pizza gegessen hatten, sind viele ins Haus gegangen und manche haben eine zweite gegessen. Danach musste das Küchenteam abwaschen.

Es war ein witziger Abend.

 

Der 10. Jahrgang bei Sally Perel – gegen das Vergessen

Am 17. September hat eine kleine Gruppe von ca. 30 Schülern des 10ten Jahrgangs der IGS Querum die Chance bekommen, sich einen Vortrag des Zeitzeugen Sally Perel anzuhören.
Dieser Überlebte den Nationalsozialismus in dem er sich als ,,Deutscher“ (der arischen Rasse) ausgab, obwohl er eigentlich Jude war. In seiner Vorlesung welche im C1 Kino von 11:30 – 13:00 Uhr stattfand, erzählte er uns viel aus seinen Leben.
Er schilderte uns zum Teil sehr schreckliche Erlebnisse wie z.B. als er nach dem Krieg Auschwitz besuchte und seine Verzweiflung beim Anblick der ganzen Schuhe der Kinder die dort starben. Ab da fing er an, an seinen Gott zu zweifeln, weil ihm immer gesagt wurde Gott ist überall und beschützt jeden, aber warum war Gott dann nicht in Auschwitz?
Aber auch sehr herzzerreißende Momente teilte er mit uns, wie als seine Familie ihn und seinen älteren Bruder verhilft dem Ghetto (mit Stacheldraht abgezäunter Bereich wo die Juden lebten) zu entgehen. Dabei blieben seine Eltern und seine Schwester dort, aufgrund des Glaubens das nicht mal die Nazis es wagen würden alte Leute oder junge Frauen brutal zu ermorden – womit sie leider falsch lagen!
Was aber sehr bewundernswert ist, dass er immer wieder die Kraft gefunden hat dieses Doppelleben aufrecht zu erhalten, obwohl es ihn im Inneren zerrissen hat.
Diese Vorlesung war eine Erfahrung, die einem sehr nahe ging. Zudem macht sie einem nur zu deutlich, dass so etwas wie der Nationalsozialismus nicht wiederholt werden darf.
Die Vorlesung konnte erst Dank der „AG gegen Rechts“ statt finden, diese setzt sich mit Jugendlichen gegen den Kampf des Rechtsradikalismus ein.

Lara Lenz – 10.4

1st Anti Racism Day | 06.09. | 13.30 Uhr

Am kommenden Donnerstag, den 06.09.2018, findet erstmalig ein „Anti Racism Day“ an der IGS Querum in der Mittagspause um 13.30 Uhr in der Aula statt. Entstanden ist die Idee dazu im WPK Cultural Studies des 10. Jahrgangs. Wir wollen bunt sein, unterschiedlich, akzeptiert – und werden dabei vom musiXircus und der Stolpersteine AG unterstützt.

Es sind kleinere Aktionen für Gleichberechtigung und gegen Fremdenfeindlichkeit vorbereitet. Zusätzlich werden die erarbeiteten Kampagnen vorgestellt. Der musiXircus liefert dazu eine musikalische Untermalung. Insgesamt wird die Veranstaltung ungefähr 30 Minuten dauern.

Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag können Armbänder und Buttons erworben werden.

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Zeig Farbe, heb deine Stimme gegen Rassismus und komm vorbei! Wir freuen uns auf euch!

Feuer – ein gefährliches Element, wenn man es nicht beherrscht

Doch genau dies gelingt dem Feuerartisten Martin Beyer aus Trier. Für eine besondere Einheit, bei der die SchülerInnen der Klasse 10.1 auch selbst einmal das Feuerspucken probieren durften, kam Martin Beyer an die IGS Querum. Der frühere Lehramtsstudent für Philosophie und Germanistik, an der Universität Trier, hat sein Hobby zum Teilberuf gemacht und ist heute unter anderem als Feuerkünstler aktiv.

Jede/r Schüler/in bekam eine eigene kurze Einführung zur eigenen Sicherheit und durfte dann einen Feuerstrahl oder Feuerball produzieren.

Im Anschluss daran durften die Kinder mit einer speziellen Flüssigkeit kurz ihre Finger anzünden und eine Flamme von einer Person zur anderen wandern lassen. Ohne Aufsicht sollte dieses jedoch nicht probiert werden. Mit der Sicherheitseinweisung von Martin Beyer probierten die SchülerInnen und Lehrer (Fr. Uster und Hr. Schönhöft) dieses aber mit großer Begeisterung.

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Zur Krönung des Tages zeigte Martin Beyer sein Können noch auf dem Basketballplatz. Dazu gesellten sich weitere Klassen, um dem Ganzen einen geeigneteren Rahmen anzubieten. Mit Pois, Brennstäben und Fackeln jonglierte Martin Beyer über mehrere Minuten um seinen Auftritt mit diversen Feuerspuckvariationen abzurunden. Ein großer Applaus war ihm dafür gesichert. Leuchtende Augen und eine ehrliche Faszination war bei den Zuschauern festzustellen.

SCHULE!

Endlich ist die lange Zeit des Wartens vorbei und das neue Schuljahr hat begonnen. Es gibt vieles Neues an der Schule: neue Kollegen, eine selbstorganisierte Welcome-Back-Party und neue Schüler. Willkommen an der IGS Querum deshalb für alle neuen Schüler des 5. Jahrgangs :)